Der Klang der Farben

Roman
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126 Seiten
Originalausgabe
Oktober 2003

Der Klang der Farben erschien 2005 in türkischer Übersetzung unter dem Titel Renklerin Tinisi bei Galata Genclik, Istanbul

AUCH GIRAFFEN MÜSSEN MANCHMAL WEINEN

ERSTE LIEBE – zorniger, trauriger, ernster

Wie geht es Ihnen nach so vielen Herbst-Highlights? Zitronengelb oder beigebraun? Himmelblau oder hellblau mit weißen Schlieren? ... Die vierzehnjährige Marie möchte mit Farben auf nervende Fragen nach ihrem Befinden antworten. Marie zeichnet gerne („ich glaube mittlerweile, dass Himmel-Blau nicht malbar ist“), spielt Cello und rutscht im Verlauf dieses Romans in eine tiefe Krise.

September nach den großen Ferien: Marie verliebt sich bei der ersten Probe des Schulorchesters (Monsterorchester. Orchestermonster) in den Jungen mit der Trompete – und weiß nicht warum. Diese Sehnsucht wird von vielen langsam stärker werdenden Missklängen begleitet: Maja, Maries beste Freundin, und Titus, ihr bester Freund, bilden gemeinsam mit Kim, der Neuen in der Klasse, eine Clique, die Marie auszuschließen droht. Marie meint, dass die schöne Kim (die mit dem Minirock, an dem es nichts zu ziehen gibt: „Eigentlich geht sie nicht. Die Neue schlängelt.“) ihr ihre Freunde abspenstig machen will. Weitere Missklänge: Maries 10-jährige Schwester Lisa, die noch vom Hort abgeholt werden muß. Und Maries Mutter, die zum ersten Mal ihren verstorbenen Vater „hintergeht“. Marie muß ihre „ganze Wut zusammennehmen“, um ihrer Mutter, einer allein erziehenden Buchhändlerin, klar zu machen, weshalb eine 14-jährige andere Vorstellungen von Vertrauen, Treue und Eifersucht hat. Schlimm wird es, als Marie merkt, dass der Trompetenjunge nicht so fühlt wie er äußerlich auf sie wirkt. In solchen Momenten nimmt sie in Gedanken die Gestalt und das Wesen einer Giraffe an – so wie ihr Vater es sich gewünscht hat – um der Trauer zu trotzen. (Nicola Bardola, Eselsohr)

Marie wird schließlich sehr krank, aber die erzwungene Ruhe hilft ihr zu erkennen, was ihr eigentliches Problem ist: Der unbewältigte Abschied von ihrem Vater und die Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies ihrer Kindheit.

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