Alles auf Anfang

Roman
» dtv pocket
208 Seiten
Originalausgabe
2006
ISBN: 3-423-78209-9


PRESSESTIMMEN 2007

Die 17-jährige Zoe lebt als Gastschülerin in London, genießt die Stadt und ist froh, dass sie ihrem engen Schülerinnendasein in München endlich entkommen konnte. Für den Leser wird aber schnell klar, dass ihr Aufbruch nach London eigentlich eine Flucht war. Zoe hat vor der Abfahrt entdeckt, dass ihr Vater und ihre Mutter nicht ihre leiblichen Eltern sind, dass sie ein Adoptivkind ist. Der Schock sitzt tief. Sie will nun wissen, wer sie eigentlich ist. Als sie in London den jungen Reggaemusiker Sean kennenlernt, findet sie die Kraft, nach ihrer leibli-chen Mutter zu suchen, von der sie nur den Namen und das Herkunftsland kennt. Das Zu-sammentreffen zwischen Mutter und Tochter in einem kleinen Dorf auf Korfu zählt zu den eindringlichsten Stellen des Romans: Zoes Schmerz, verleugnet worden zu sein, wird eben-so verständlich wie die Situation der Mutter, die das Baby zur Adoption frei gegeben hatte.
„Alles auf Anfang“ ist ein empfehlenswerter Jugendroman, der über Zoes Geschichte hinaus viele jugendspezifische Themen anspricht: die Ablösung vom Elternhaus, die Gewinnung neuer Freunde, die erste Liebesbeziehung.

www.jugendbuchtipp.ch
Buchbesprechung von Silja Mösch, 14 Jahre

...Das ganze Buch hat eine sehr schöne Stimmung. Es ist gleichzeitig leicht geschrieben und thematisiert schweren Stoff. Wunderschön mit anzusehen ist die Lovestory zwischen Zoe und Sean, in der sie beide gegensätzliche Pole symbolisieren. Sean ist der Ruhige. Und Zoe ist rastlos.
Müsst ihr lesen!


Schwäbische Zeitung online 1/07

Jugendbuch "Alles auf Anfang" – Schau nicht zurück, schau nach vorn.

Ein Mädchen unter vielen. Und doch ist Zoe ganz und gar nicht wie alle. Sie bricht auf, um die weite Welt zu entdecken und findet noch mehr: ihre große Liebe und ihre Wurzeln.
"Alles auf Anfang" von Barbara Lehnerer ist eben kein Jugendbuch wie andere; es geht tiefer als eine 08/15-Teenager-Geschichte (...): Ungemein authentisch (...) Das ist nicht selbstverständlich, wenn man bedenkt, dass Barbara Lehnerer schon eine ganze Weile zu den "Ü30"-ern zählt. In der Ich-Perspektive beschönigt sie keinen von Zoes Gedanken. Sie lässt das Mädchen gedanklich zurückschauen und entwirrt so das Rätsel ...
Der Nebel um Zoes Vergangenheit lichtet sich also langsam, nicht aber der um ihre Zukunft. Und für alle, die im Begriff sind in ihr "Ü-18"-Leben zu starten, bietet "Alles auf Anfang" eine Devise: Wenn Du weißt, woher du kommst, kannst Du Dir Gedanken machen, wohin Du gehst.

ESELSOHR 1/07

Leser, geh nicht nach London ohne dieses Buch! Zoe ist 17, lebenshungrig und auf der Suche nach sich selbst und ihrer Herkunft. Woher? Wohin? Die durchschnittliche Abnabelungswut Jugendlicher wird hier dadurch gesteigert, dass Zoe  einerseits von ihren Eltern betrogen wurde (sie haben ihr nicht gesagt, dass sie ein Adoptivkind ist) und dass Zoe es andererseits mit drei Müttern zu tun hat (der Gastmutter in London, der Adoptivmutter in München und der leiblichen Mutter in Griechenland). Es ist erstaunlich, wie die Autorin die „normalen Nöte“ heutiger Jugendlicher dank der Adoptionsthematik steigert und eine unvergessliche und in der Jugendliteratur wohl auch einmalige Identifikationsfigur schafft. Die Grundfragen nicht nur in der Pubertät werden hier auf rhythmisch schöne und narrativ packende Weise in eine zärtliche Liebesgeschichte eingebunden. Zoe kehrt dauerhaft ihrer „Heimat“-Stadt München den Rücken und erkundet England, insbesondere London. Und in Road-Movie-Manier geht es dann noch nach Griechenland, zurück zu Zoes Anfängen, denn „man sollte seinen Ursprung kennen, wenn man sich unbedingt von ihm entfernen will!“