Alles auf Anfang

Roman
» dtv pocket
208 Seiten
Originalausgabe
2006
ISBN: 3-423-78209-9


PRESSESTIMMEN 2006

AZ, 12/06

Ansprechender Lesestoff aus der Ich-Perspektive für junge Mädchen, denen die eigenen Lebenswelt auch manchmal zu eng vorkommt.


Jutta Faber-Behütuns, Leseforum Bayern. Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus 12/06

Ein sehr sensibler und einfühlsamer Roman, der am Rande auch die luxuriöse Existenz einer Generation problematisiert, der eines kaum beschieden ist, nämlich sich in die soziokulturellen Bedingtheiten und Zwänge von Menschen hineinzuversetzen, denen ein vergleichbar sorgenfreies Leben nicht vergönnt gewesen ist.

 
Nicola Bardola, DIE ZEIT 11/06

Kurz Gelobt

Mit 17 trifft die Ich-Erzählerin Zoe die jähe Erkenntnis: „Ich bin nicht ich. Und meine Eltern sind nicht meine Eltern.“ Zoe wollte nur ihren Impfausweis für einen Auslandsaufenthalt in England suchen, fand aber am Ende ihre gesamten Adoptionsunterlagen. „Ich existierte einfach nicht, weil man mich immer schon verleugnet hatte, von allem Anfang an bis heute.“ Sie versucht ihre Wut, den zerstörerischen Schatten des elterlichen Verrats in einen imaginären Ordner mit der Überschrift Vergangenes abzulegen. Sie kämpft dagegen an, dass die Summe ihres Lebens durch den gut gemeinten Betrug der Eltern gegen null geht: Alles auf Anfang. (...) Die drei Monate als Gastschülerin in London werden zur Abnabelung von zu Hause und zur Suche nach einer neuen Identität. Schwierig bleibt es, hat sie es doch mit drei Muttertypen zu tun: mit der verständnisvollen ‚Gastmutter’ in London, der ängstlichen Adoptivmutter in München und der verzweifelten leiblichen Mutter auf Korfu. Die zeitweise romantische Baedeker-Prosa lockert den konzentrierten Erzählton von Barbara Lehnerer auf, mit dem Probleme der Pubertät durch das Brennglas Adoption betrachtet werden.

 
Büchermarkt: Bücher für junge Leser, Deutschlandfunk 11/06

Zoes Adoption erschwert noch einmal auf schmerzhafte Weise ihre Identitätssuche. Für sie stellen sich alle Fragen der Pubertät noch viel heftiger als für ihre Altersgenossen: "Wer bin ich?", "Woraus setzt sich dieses Ich zusammen?", "Wieweit gestalte ich mein Ich selbst?" und "Wieweit bin ich abhängig von meiner Vorgeschichte und meiner biologischen Familie".
Trotzdem liegt eine leichte, fast schwebende Atmosphäre über Barbara Lehnerers Buch. Getragen von einem lockeren Erzählton, der ganz ohne literarische Ambitionen zu sein scheint und dessen Stärke gerade in dieser Zurückhaltung liegt. Zoes Selbstfindungsgeschichte kommt ganz unspektakulär daher. Trotz Wut und Enttäuschung, Sehnsucht und Verliebtheit ist sie frei von Pathos oder Sentimentalität. Große Emotionen werden eher beiläufig beschrieben, in der Ich-Perspektive, ganz nah dran an dem, was das junge Mädchen erlebt und empfindet ... mehr

 

GEW – Buchtipp-Liste, 9/06

Auf der GEW Buchliste
 
„Barbara Lehnerer erzählt in ihrem zweiten Jugendroman von der Spuren- und Identitätssuche eines Adoptivkinds, das zu spät von seinen Ursprüngen erfahren hat. Es ist ein Buch über Fernweh und Unterwegssein, über die Sehnsucht nach Unabhängigkeit und die Suche nach der großen Liebe. Und es ist ein literarischer Roman mit einer sprachlich raffinierten Lässigkeit, in der der Rhythmus des Roots Reggae mitschwingt - jener Musik des Widerstands, die gleichzeitig zum Tanzen verführt.“
 
AdA, Staatlich anerkannte Adoptionsvermittlungsstelle, 9/06
„Gut geschriebener und kurzweiliger Jugendroman.“
 
Nordbayerischer KURIER Bayreuth, 7/06
„Die Suche nach der Herkunft. Im Roman „Alles auf Anfang” von Barbara Lehnerer, der im dtv junior Verlag erscheint, wird beschrieben, wie ein Mädchen versucht, seine eigene Identität herauszufinden und gleichzeitig ein neues Verhältnis zu seinen Eltern aufzubauen. Die Frage nach der eigenen Herkunft, die sich alle Adoptivkinder irgendwann stellen, wird in dem Buch behutsam geschildert. Auch mit dem Fernweh, unter dem Zoe leidet, hat fast jeder Jugendliche einmal zu kämpfen.“
 
Zürcher Unterländer, 9/06
„Alles auf Anfang ist eine leises, unsentimentales Buch, das aber trotzdem ganz schön unter die Haut geht. Die Autorin Barbara Lehnerer trifft den richtigen Ton und überzeugt mit einer spannenden, mitreissenden Geschichte.“
 
Heilbronner Stimme, 8/06
„Das Buch ‚Alles auf Anfang' ist eine schöne Liebesgeschichte. Die Zerrissenheit, die Zoe zwischen ihren Adoptiveltern und ihrer leiblichen Mutter spürt, ist gut nachzuvollziehen ...“
 
Fritz-Entertainment by Salzburger Nachrichten, 8/06
„Bis vor einem halben Jahr war das Leben von Zoe noch wunderbar in Ordnung, bis sie ihre Geburtsurkunde fand, auf der der Name einer fremden Frau als ihre Mutter stand .“ Jedes Jahr werden tausende Kinder adoptiert. Doch wie fühlt es sich an, wenn man plötzlich eines dieser Kinder ist? ... Ein spannend geschriebener Jugendroman über das Leben mit 17, was passiert, wenn plötzlich alles anders ist und wieviel Mut, Kraft und Überwindung es kostet, das Leben selber in die Hand zu nehmen.“
Solinger Tageblatt, 8/06
„Stilsicher und mit schöner Sprache schreibt die Autorin über Fernweh und Ungebundenheit, gleichzeitig flicht sie eine Liebesgeschichte mit ein.“
 
Petra von der Linde, Westfälischer Anzeiger, 08/06
„Alles auf Anfang“ ist ein anrührendes Buch über die erste große Liebe und die Suche nach der eigenen Identität, fesselnd und flüssig erzählt. Klar und schnörkellos kommt Barbara Lehnerers zweiter Jugendroman daher und trifft mit seinen bewegenden Bildern von Schmerz und Fernweh mitten ins Leser-Herz.“
 
Amazon-Rezension, 7/06

“Von Karl Valentin stammt der herrlich skurrile Satz: ‚Ich war auch mal jung. Vielleicht jünger als Sie!’
Liest man Barbara Lehnerers Roman "Alles auf Anfang", dann weiß man (wieder?), dass es möglich ist, gleichzeitig jünger und älter zu sein. Denn Zoe, die Protagonistin, ist Siebzehn. Und mit 17 Jahren ist man einfach noch kein offizieller Erwachsener. Auch wenn man sich so fühlt, man ist nicht nur abhängig von seinen Eltern, sondern von allem Möglichen...
Zoe ist in München aufgewachsen, sie will weg! Unbedingt weg von ihren Eltern, denen sie nicht verzeihen kann, dass sie ihr verheimlichten, ein Adoptivkind zu sein, und sie will raus aus ihrer "provinziellen" Heimatstadt. Tatsächlich darf sie für drei Monate nach London zu einer Gastfamilie fliegen und in dieser pulsierenden Stadt beginnt der Roman und Zoes zunächst planloses Abenteuer. "Das Einzige, was für mich zählte: London war Metropole und nicht München. Das lag siebenhundert Meilen hinter mir. Vor mir die ganze Welt."
Was dann passiert, wird aufregend. Für Zoe eröffnet sich nicht nur die Welt der Metropole, sondern auch die innere Welt der ersten großen Liebe - zu Sean, einem halb-jamaikanischen Reggae-Musiker. Und wie immer (in jedem Alter) fühlt sich die Liebe wie Frühling im Kopf an, und wie immer bringt sie alles durcheinander, vor allem Zoe selbst. "Nicht anschauen, was dich traurig macht", ist lange Zeit Zoes Devise, bis alles in ihr aufbricht. Und irgendwann, als es immer komplizierter wird, brechen Zeoe und Sean gemeinsam auf. Sie fahren nach Griechenland zu ihrer unbekannten leiblichen Mutter. Am Ende ist alles anders und ‚alles auf Anfang’.

Ein Road-Movie?, ein Entwicklungs-Roman?, eine schöne Liebesgeschichte?, Musik zwischen zwei Buchdeckeln?...- der Autorin gelingt alles zusammen. Sie erzählt eine Geschichte, bei der es im Grunde genommen um die alte einfache Frage geht, die die komplizierteste ist: wer ist man eigentlich, und wo geht es lang? Sie erzählt diese Geschichte in lässigem Tonfall und manchmal geschliffenen Bildern wie Eiskristalle.
Und noch was: wer nach dem Lesen des Romans keine Reggae-CD auflegt, ist selber schuld!“

 
Liesdochmal, Amazon-Rezension, 7/06
„Dieses Buch ist ein Muss für alle, die nach London fahren. Man kann es wie einen Stadtführer lesen. Aber spannend und voller Leidenschaft. Ein Mädchen sucht sich selbst. So wie alle Jugendlichen muss sich Zoe von den Eltern abnabeln - nur hier unter verschärften Bedingungen. In einer wunderschönen Sprache. Voller Reggae-Sound.
Der Rasta-Musiker Sean wird Zoes große Liebe. Er hilft ihr, sich ihrer Vergangenheit zu stellen, den Elternhass umzuwandeln in kritische Neugier. In der Mitte wird's richtig spannend und gegen Ende kommt Griechenland-Urlaubsfeeling auf. Ach - einfach wunderschön!
Und manchmal auch zum traurig Schmunzeln: Auf Korfu hört sie ihre Muttersprache und versteht kein Wort." Aber Zoe schafft es. Auf Griechisch heißt Zoe Leben. Sie findet ihre griechische Mutter und sie kann danach anfangen, die Elternscherben neu zusammenzusetzen.“