Der Klang der Farben

Roman
» dtv pocket
126 Seiten
Originalausgabe
Oktober 2003

 

Nicola Bardola, Eselsohr10/2003

„Auch Giraffen müssen manchmal weinen. ...Was man liebt, findet man überall und sieht überall Ähnlichkeiten." Barbara Lehnerer hat ihrem Romandebüt den Satz von Novalis vorangestellt, ein Motto, das sie im Buch variiert und an zentraler Stelle interpretiert (das betörende Lächeln des Trompetenjungen liebt Marie deshalb so sehr, weil es sie an das Lächeln ihres verstorbenen Vaters erinnert - Marie und die Leser merken das dank Lisa in einer Vexierbild-Szene erst im letzten Drittel des Romans.).
Eine disziplinierte Wortwahl zeichnet Lehnerers Stil aus, wodurch sich ihre Sätze
(„ ... noch nie hat es mich zu einem Ort so hingezogen ..." - viele wie Lyrik komponiert) in eine manchmal melancholische Melodie, manchmal in einen zornigen Rocksong verwandeln; dank der vielen Farbbeispiele prägt sich diese klangvolle und doch so lakonische Prosa zusätzlich ein. Schade, dass manche Themen zu früh enden (in Kims Tagebuch hätte man noch mehr lesen wollen; Maries letztes Cello-Spiel wird kurz thematisiert; Nebenfiguren wie Titus hätte man gerne näher kennen gelernt). Kleiner Trost: Man kann diese Erzählung mit Gewinn ein zweites Mal lesen, so als hörte man sich einen besonders schönen Song noch mal an. Beim Wiederlesen wird man wie bei einem guten und komplexen Gedicht die zahlreichen Zufälle (Farbe Blau, Familie Blume, Novalis ...) und Leerstellen erstmals feststellen oder neu interpretieren. Und dabei entdeckt man Überraschendes, beispielsweise die erstaunliche Bildsprache, in der Musik mit Malerei und Tiermetaphern eng verknüpft werden - entdeckt einen Text, der selbst Farbe und Klang ist, entdeckt Tupfer und Töne - mit die schönsten in diesem Bücherherbst.“

 
Aus der Jurybegründung für das Münchner Literaturstipendium

„Ein Adoleszenzroman, der sich vor allem durch eine stilsichere Sprache auszeichnet. Auch beim Aufbau der Geschichte und der Einführung der Protagonisten zeigt die Autorin eine vielversprechende Begabung. So bekommt der Leser bereits in der Einleitung einen Einblick in die Innenwelt der Heldin ... Durch lebendige, mitunter auch witzige Dialoge und sensible sprachliche Nuancen gelingt es der Autorin, den Leser in die Geschichte hineinzuziehen und eine dichte Atmosphäre zu vermitteln.“

 
Renate Bernarello, Jugendmagazin der Salzburger Nachrichten, 12/03

„Das erste Mal verliebt. Barbara Lehnerer erfüllt in ihrem ersten Roman „Der Klang der Farben“ voll und ganz die Wünsche der jungen Leser. Barbara Lehnerer erzählt die schöne Geschichte rund um das Thema „Das erste Mal verliebt“ mit sehr viel Gefühl und stellenweise spritzigem Humor. So wird das Buch nicht nur durch die starken Charaktere zu einem puren Lesevergnügen, sondern auch durch die Hoffnungen, Sehnsüchte und Gedanken der Jugendlichen, die die Autorin durch eine klare und sehr niveauvolle Sprache deutlich zum Ausdruck bringt. Und nicht umsonst hat Barbara Lehnerer für dieses Werk das Münchner Literaturstipendium 2001 in der Sparte Kinder- und Jugendliteratur erhalten.

 

Andrea Klein, Augsburger Allgemeine, 12/03

Es ist kein neuer Stoff, den sich die Münchner Autorin Barbara Lehnerer für ihr erstes Buch ausgesucht hat. Doch mit stilsicherer Leichtigkeit greift sie eine Geschichte auf, in der sich die meisten Teenager wiedererkennen dürften ...“
 
ekz-Informationsdienst, 12/03
„Ein gut gelungenes Erstlingswerk: Trotz der vielen angeschnittenen Problemthemen eingängig und locker im Erzählstil.“
 
Hilde Elisabeth Menzel, SZ, 1/04
“Musik spielt eine große Rolle in diesem sensiblen Adoleszenz-Roman, der mit dem Münchner Literaturstipendium ausgezeichnet wurde. Diese offensichtliche Affinität der Autorin zu Musik spiegelt sich auch in der Sprache und macht das Lesen zu einem besonderen Lesevergnügen.“
 
Anja Schäfer, teensmag, 5/ 04
„Eine liebenswerte Geschichte mit ganz besonders schöner Sprache erzählt.“
 

paps – Die Welt der Väter, 7/04

„Ein Jugendbuch, von innen heraus geschrieben, es thematisiert den unterschiedlichen Umgang mit einem traumatischen Verlust ganz unspektakulär. Sehnsucht nach dem Vater ... ist nicht nur Teil der Identitätssuche von Jungen. Auch das Leben von Mädchen bestimmt der Verlust, hat Auswirkungen auf erste Freundschaften mit Jungen. Das Schwierigste ist, sich zu öffnen – den Eltern, den Freunden. Doch erst das macht Verstehen möglich – und Heilung. Barbara Lehnerer beschreibt das sehr alltäglich, leise und doch eindringlich.“
 
Gymnasium St. Stephan, Augsburg. Ausgesuchte Bücher für Kinder, 9/04

„Erste Liebe, Schulorchester, ein Trompeter und ein schmerzlich vermißter Vater – Musik!“